Zu trinken oder nicht zu trinken: Das ist hier die Frage (Und ja, die Antwort lautet Ja!)

tap water in prague

Hark! Still! Welch Flasche bricht durch jenes Fenster dort? Es ist das wiederverwendbare Gefäß, und die Hydrierung ist die Sonne!

Wohlan, versammelt euch, ihr müden Reisenden, ihr sonnenverbrannten Wanderer des Königswegs. Ich sehe euch auf dem Kopfsteinpflaster der Altstadt stehen, die Stirn feucht vom Taue der 35°C Hitze, die Kehle packend, als hätten sich die Sände der Sahara darin eingenistet. Ihr blickt auf den Hahn in eurem Gemach oder den öffentlichen Quell mit dem Argwohn eines Mannes, dem sein Erzfeind einen Becher Schierling darreicht.

Ihr fragt mit bebender Lippe: „Kann man das Leitungswasser in Prag trinken?“

Fürchtet euch nicht, ihr edlen Seelen. Werft eure Ängste von euch, denn ich, Wilhelm, soll euer Führer durch diese flüssige Komödie sein. Legt die überteuerte Plastikflasche aus der Touristenfalle nieder – sie ist nur ein Schelm und ein Sklave eurer Goldstücke – und vernehmt die Wahrheit aus dem Reiche der Moldau.


Die große Panik: Speien oder nicht Speien?

Ich sehe, wie euer Geist rast. Ihr werdet von Visionen eines „Mittsommernacht-Albtraums“ geplagt. Ihr fürchtet, dass ein einziger Schluck des lokalen Jahrgangs (jenes, das aus dem Rohre fließt, nicht aus dem Fasse) zu einer tragischen Szene auf der Karlsbrücke führen wird.

Ihr stellt euch vor, wie ihr, mitten im Bildnisse, plötzlich von einer so üblen Missetat ereilt werdet, dass ihr euch über die steinene Brüstung lehnen müsst, um der Moldau unter euch einen zweitklassigen, wenig majestätischen Tribut zu zollen. Ihr fürchtet „fremde Bakterien“, als wären sie ein einfälltiges Heer von Franzosen bei Azincourt.

Friede, sag ich! Lasst euer Herz ruhen.

Ist das Prager Leitungswasser sicher? Bei den Sternen, es ist mehr als sicher; es ist erhaben. In meinen Tagen war Wasser ein Glücksspiel, bei dem das eigene Leben auf dem Spiel stand. Wir tranken Bier, weil das Wasser oft eine Suppe aus Verzweiflung und Unrat war. Doch hier, in dieser Goldenen Stadt der tausend Türme, wird das Wasser mit der Ehrfurcht einer heiligen Reliquie behandelt.

Das königliche Dekret der Güte

Damit ihr nicht glaubt, ich spräche nur in Metaphern und Wahnsinn, blickt auf die offizielle Proklamation! Die Pražské vodovody a kanalizace (PVK) – die Großmeister der Röhren – verkünden, dass das Wasser den höchsten europäischen Standards genügt. Es wird häufiger geprüft als die Speise eines Königs auf Gift.

  • Ist es sicher? Ja, wahrlich.
  • Ist es rein? Reiner als das Gewissen eines Protagonisten im ersten Akt.
  • Wird es euch den Magen umdrehen? Nicht mehr als es ein schlechtes Wortspiel täte.

Woher entstammt dieser Nektar?

Ihr mögt euch fragen, ob dieses Wasser bloß aus dem Flusse geschöpft wird, wo die Schwäne weilen. Nein! Prags Trinkwasser ist eine edle Mischung, die hauptsächlich aus dem Želivka-Stausee und dem Wasserwerk Káraný stammt.

Es wird durch Sand gefiltert und mit einer Präzision behandelt, die einen Alchemisten vor Neid weinen ließe. Anders als die trüben Brunnen des Londons des 16. Jahrhunderts ist dieses Wasser frisch, klar und besitzt ein mineralisches Gleichgewicht, das den Körpersäften gar wohlgefällig ist.

Ein falscher Monolog am Rohr:

„O weh, armer Bacillus! Ich kannte ihn, Horatio; ein Bursche von unendlichem Schalk, von der herrlichsten Einbildungskraft; doch in den Röhren von Prag findet er keine Bleibe. Hier ist das Chlor nur ein Flüstern und die Reinheit ein Schrei!“


Die Belagerung des Sommers: Eine Taktik für Weise

Stellt es euch vor: Juli in der Tschechischen Republik. Die Sonne brennt auf den Altstädter Ring nieder wie ein rachsüchtiger König Lear. Die Menge ist dicht wie ein Dickicht, und ihr schwitzt wie ein Mann, der soeben den Geist seines Vaters erblickte.

In solch einem Zustande ist das Trinken von Leitungswasser nicht bloß eine Wahl; es ist eine Taktik des Überlebens.

  1. Spart eure Dukaten: Warum vierzig Kronen für eine Flasche „Quellwasser“ ausgeben, die monatelang in einem Plastikgrab ruhte? Der Hahn ist nahezu frei! Spart eure Münzen für Tand und Marionetten.
  2. Hydrierung ist Tapferkeit: Ein durstiger Tourist ist ein griesgrämiger Tourist. Ihr werdet den Zorn an der Astronomischen Uhr entfesseln, wenn ihr ausgetrocknet seid.
  3. Der Natur Gnade: Eine wiederverwendbare Flasche zu tragen ist ein Akt der Güte gegenüber der Erde – eine edle Tat in einer müden Welt.

Das ewige Duell: Wasser gegen Bier

Nun kommen wir zum Kern der Sache. Das „Tudor-Dilemma“.

In diesem Lande gibt es einen Spruch, der oft auf den Gewändern (oder T-Shirts) der Einheimischen prangt: „Save water, drink beer.“ Die Tschechen behandeln ihr Pilsner mit mehr Hingabe als ein Mönch seinen Rosenkranz. Und wahrlich, das Bier hier ist flüssiges Gold, das den Bacchus selbst in den Ruhestand schicken würde.

Die Strategie des Weisen:

Müsst ihr wählen? Niemals. Das wäre, als müsste man sich zwischen Romeo und Julia entscheiden – wenn auch mit einem weitaus glücklicheren Ende.

  • Bier ist für die Seele, für das Feiern und für ein herrliches tschechisches Abendessen, wo Schweinebraten und Knödel auf der Zunge tanzen.
  • Wasser ist für das Getriebe. Es hält den Kopf klar und die Beine flink, auf dass ihr die nächste Schenke erreicht.

Der kluge Reisende weiß: Auf jeden schäumenden Krug Pilsner Urquell sollte ein Kelch des feinsten Leitungswassers der Stadt folgen. Dies ist der Pfad, der euch vor dem „Hämmern der Kobolde“ in eurem Schädel am nächsten Morgen bewahrt.


Eine Zusammenfassung für die Zaghaften

Legen wir die Fakten so klar dar wie eine Regieanweisung:

MerkmalDas Urteil
SicherheitAbsolut. Besser als manche Flaschenmarke.
GeschmackErfrischend, mit einem Hauch mineralischer Güte.
PreisWohlfeiler als das Lachen eines Bettlers (quasi umsonst).
NebenwirkungenErhöhte Tatkraft und ein wohl hydriertes Antlitz.
GefahrNull. Die Moldau bleibt von eurem Mahle unberührt.

Der letzte Vorhang

Also, mein besorgter Freund, mein spiralförmiger Sucher der Sicherheit: Trinkt tief. Wenn ihr durch die windigen Gassen nahe der Burg wandelt und einen Hahn erblickt, so weicht nicht zurück wie vor einer Natter. Öffnet euer Gefäß! Lasst den kühlen, böhmischen Strom fließen. Ihr seid in einem Lande der Zivilisation, wo das Wasser prächtig ist, das Bier noch prächtiger, und das Einzige, was ihr auf der Karlsbrücke fürchten müsst, ein Selfie-Stick im Auge ist.

Um unser Stück zu beschließen:

  • Ja, das Leitungswasser in Prag ist sicher für alle – Mann, Weib und Tourist gleichermaßen.
  • Nein, ihr werdet euch nicht in einer Porzellan-Tragödie wiederfinden.
  • Ja, ihr solltet mit Inbrunst hydrieren.
  • Und ja, ihr müsst danach wahrlich ausziehen und das Gerstengebräu kosten.

Geht nun, mit voller Flasche und leichtem Herzen. Von eurem Durst zu scheiden ist so süßer Schmerz, dass ich gute Nacht sage, bis es morgen ist!

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